Arzneimitteleinnahme und Ernährung: Sind Wechselwirkungen möglich?

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Arzneimitteleinnahme und Ernährung: Sind Wechselwirkungen möglich?

Manche Nahrungsmittel können die Wirkung von Medikamenten verstärken oder abschwächen. Hier erfahren Sie, wie solche Wechselwirkungen entstehen und auf was Sie bei der Medikamenteneinnahme achten sollten.

Wie entstehen Wechselwirkungen mit Lebensmitteln?

Jeder Wirkstoff hat einen anderen Wirkmechanismus. Verschiedene Medikamente können sich dabei unter Umständen gegenseitig beeinflussen und die Wirkung abschwächen, verstärken oder verändern. Man spricht dann von Wechselwirkungen. Solche Wechselwirkungen sind in manchen Fällen auch mit bestimmten Nahrungsmitteln möglich.

Doch wie kommen Wechselwirkungen zustande? Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten der Interaktion. Einige Medikamente sollte man nur auf leeren oder nur auf vollen Magen einnehmen, damit sie optimal wirken. Nahrungsbestandteile können zum Beispiel die Freisetzung eines Medikaments, seine Aufnahme ins Blut oder seine Ausscheidung beeinflussen. Das kann zur Folge haben, dass die Wirkstärke oder Wirkdauer verändert wird. Milch, Fruchtsäfte, Tee und Kaffee enthalten Substanzen, die direkt an manche Wirkstoffe binden und deren Aufnahme beeinflussen können.

Medikamente und Ernährung: Beispiele für Wechselwirkungen

Heute kennt man viele mögliche Wechselwirkungen zwischen Medikamenten und Nahrungsmitteln. Allerdings sind viele davon weniger stark ausgeprägt und ungefährlich. Allerdings sollte man bei einigen Wechselwirkungen vorsichtig sein, zum Beispiel bei den folgenden:

  • Milch: Das Kalzium der Milch kann die Wirkung bestimmter Antibiotika und Osteoporose-Medikamente abschwächen.
  • Grapefruitsaft: Inhaltsstoffe der Grapefruit hemmen Enzyme, die bestimmte Medikamente abbauen. Betroffen sind zum Beispiel Lipidsenker und Herzmedikamente.
  • Grünes Gemüse: Brokkoli, Grünkohl, Spinat und Co enthalten Vitamin K. Die Wirkung von Gerinnungshemmern wie Phenprocoumon oder Warfarin kann dadurch gehemmt werden.
  • Schwarzer Pfeffer, Alkohol und Koffein können die Wirkung von Asthmamedikamenten mit Theophyllin oder Ephedrin verstärken. Rauchen wiederum schwächt deren Wirkung ab.
  • Kaffee und Tee hemmen durch die enthaltenen Gerbstoffe die Aufnahme von Eisen aus Eisentabletten.

Darauf sollten Sie achten

  • Beachten Sie den Einnahmezeitpunkt auf dem Beipackzettel (vor oder nach dem Essen).
  • Bekannte Wechselwirkungen, zum Beispiel mit Milch oder Fruchtsäften, sind ebenfalls auf dem Beipackzettel angegeben.
  • Generell sollte man Medikamente am besten mit Wasser und nicht mit Milch, Kaffee oder Fruchtsäften einnehmen.
  • Fragen zur Einnahme Ihres Medikaments kann Ihr Arzt oder Apotheker beantworten.

Quellen

https://www.abda.de/fileadmin/assets/Praktische_Hilfen/Leitlinien/Selbstmedikation/broschuere_wechselwirkungen_16_03_09.pdf

https://www.ernaehrungs-umschau.de/fileadmin/Ernaehrungs-Umschau/pdfs/pdf_2010/03_10/EU03_2010_142_149.qxd.pdf

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