Wie viel Keime und Dreck verträgt unser Immunsystem?

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Wie viel Keime und Dreck verträgt unser Immunsystem?

Die Werbung zeigt uns ausschließlich klinisch reine Fliesen, glänzende Küchenzeilen und fleckenlose Teppiche. Die Botschaft lautet: Wer nicht als Dreckspatz gelten will, muss putzen.

Aber seit einiger Zeit warnen Experten, dass zu viel Hygiene krank machen kann und die Entstehung von Allergien begünstigt. Denn mit dem Boom von chemischen Keulen im Haushalt häufen sich auch die Allergien und Hauterkrankungen.

Studien haben ergeben, dass Kinder, die öfter mit Dreck in Berührung kommen und mit Haustieren oder am Bauernhof zwischen Kühen und Hühnern aufwachsen, seltener an Allergien, Heuschnupfen oder Asthma leiden als solche, die in einer völlig keimfreien Umgebung groß werden. Ohne Training gerät das Immunsystem aus dem Gleichgewicht und reagiert übertrieben auf Pollen, Milben, Gräser etc.

Wann soll geputzt werden

Ohne Putzen geht es aber auch nicht. Das bedeutet jedoch nicht, dass Sie ununterbrochen aufwischen und jeden Fusel entfernen müssen. Sie sollten eher ein Gespür dafür entwickeln, wann Hand an den Schmutz gelegt werden muss. Hygiene-Experten raten, dass Staub und Dreck nicht sichtbar sein sollten. Sobald man den Schmutz mit bloßem Auge erkennt, ist es höchste Zeit zum Putzlappen zu greifen. Dabei sollten Sie in keinem Fall Chemie-Keulen verwenden. Essig, Schmierseife, ein simples Geschirrspülmittel, Waschpulver und Zitronensäure reichen völlig aus, um einen Haushalt sauber zu halten. Bei der Körperpflege verhält es sich übrigens ähnlich. Auch hier gilt, dass zu viel Hygiene der Haut langfristig eher schadet. Allerdings gilt das nicht für das Händewaschen. Das ist mehrmals täglich zwingend notwendig. Denn über die Hände können verschiedene Krankheitserreger in den Organismus geraten. Zum Waschen der Hände reichen Wasser und ph-neutrale Lotionen völlig aus.

Wenn es an Hygiene in der Wohnung mangelt

Gefahr für die Gesundheit besteht dann, wenn der Dreck in einer Wohnung überhand nimmt. Das betrifft besonders die Küche. Denn über Bakterien in Nahrungsmitteln können Sie sich leicht Infektionen holen, die Salmonellenvergiftungen und Durchfallerkrankungen zur Folge haben. Die Keime und Krankheitserreger gelangen meistens durch rohes Hühnerfleisch und Hühnereier in die Küche. Durch mangelnde Hygiene werden sie vor allem auf Nahrungsmittel übertragen, die roh gegessen werden, wie Wurstaufschnitt, Cremespeisen usw.  Besonders im Kühlschrank können sich unendlich viele Keime tummeln. Daher muss der Kühlschrank zumindest alle paar Wochen mit Essig gründlich gesäubert werden.

 

Fazit: Eine gewisse Hygiene ist notwendig, aber Sie sollten damit nicht übertreiben. Denn das Immunsystem muss trainiert werden, damit eine unnatürliche Reaktion auf eine natürliche Umwelt vermieden wird.